FAMILIENSERVICE 

    Das Angebot des Familienreferates umfasst :

* Kinderbetreuung/Hort
* Kinder- und Jugendaktionen 
* Jugendsommerwochen
* Jugendtreffen
* Eltern-Kinder-Treffen
* Elternberatung
* Elternkurse
  .........

WARUM ?

Situation der hörbeeinträchtigten Kinder und Jugendlichen
-  mit spezieller Berücksichtigung der Gehörlosen:
 

Hörbeeinträchtigte Kinder versucht man heute zu "integrieren". So sehr diese Bemühungen zu unterstützen sind, so sehr ist auch wichtig immer wieder die individuelle Problematik in Bezug auf die Kommunikationsfähigkeit  bzw. -möglichkeit zu beachten.
Vereinfacht gesagt:  Ohne ausreichende Kommunikation ist keine "Integration" möglich
- wobei dieser Begriff eher im Sinne einer Inklusion (* siehe HIER)  zu wandeln wäre.

Richtig ist, dass die heutigen "Integrations"-bestrebungen, vor allem für die hörenden Kinder, eine gute Möglichkeit sind, sich mit dem Problem der Hörbeeinträchtigung auseinander zu setzen. Vorteilhaft ist auch das Bestreben, das Bildungsniveau anzuheben. Es ist aber dringend notwendig geworden mit größter Aufmerksamkeit zu beobachten, dass es jetzt nicht erst recht zu einer Vereinsamung, bzw. Isolation und einer damit verbundenen psychischen Schädigung des hörbeeinträchtigten Kindes durch Kommunikationsarmut - (oder Unmöglichkeit?) kommt - besonders ab der Zeit der Pubertät und später.

Speziell für gehörlose Kinder ist zu bedenken:

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass bei Kindern, die nicht ausreichend über die Lautsprache kommunizieren können bzw. gehörlos sind, ein großes Bedürfnis nach Gemeinsamkeit, Austausch und lockerer, entspannender Kommunikation in der Form besteht, dass die Gebärdensprache als Erstsprache verwendet wird. Leider ist vor allem bei hörenden Eltern (aber auch bei manchen gehörlosen) für diese Sichtweise noch viel an klärenden Gesprächen notwendig, um überholte Ängste abzubauen.
Nach dem Auflösen der Gehörlosenschule gibt es in Kärnten keine spezielle Bildungseinrichtung mehr, die nur auf gehörlose Kinder ausgerichtet ist. Am ehesten wird noch in der ASO1/SPZ1 in Klagenfurt der Unterricht (bilingualer Unterricht d.h. mit Gebärdensprache) den Anforderungen dieser Kinder gerecht.

Trotz
großer Bemühungen der Lehrer, bleibt im Vergleich zu fortschrittlicheren Ländern in Bezug auf Bildung Gehörloser, das Bildungsniveau noch immer deutlich zurück. 
Der dringenden Forderung nach einer besseren Wissensvermittlung, die noch vor jeder Diskussion  - welche Sprache und Wichtigkeit von Sprachübungen - stehen muss, wird noch immer zuwenig Beachtung geschenkt. Die Bemühungen müssen sich vor allem darauf richten, dem niedrigen Bildungsniveau und fehlendem Allgemeinwissen entsprechend zu begegnen. (...wir "produzieren" nach wie vor viele Analphabeten!)

>> Es ist interessant dass diese Forderung schon seit über 100 Jahre immer wieder gestellt wird und es den Gehörlosen bis heute versagt ist, in Österreich dafür entsprechendes Gehör zu finden <

Bei Kindern mit Hörminderung (ggf. auch CI-Trägern) ist zu beobachten:

Die technische Versorgung und zum Teil auch die begleitende Betreuung ist heute sehr weit entwickelt und kann hervorragende Ergebnisse bringen. Dennoch bleiben vielfach Beeinträchtigungen, die mindestens Kommunikation einschränken. Nicht selten ist aber trotz aller Technik keine zufriedenstellende Kommunikationsfähigkeit  nur über den auditiven Weg (das Hören) gegeben. (siehe Hörminderung). Diese Gegebenheit war der Grund, dass wir in unserem Zentrum neben Gebärdensprache für gehörlose Kinder, auch andere Formen der Kommunikationsförderung auf visuellem Weg anbieten. (siehe Kommunikationsförderung)
 

1996  - noch bevor es den Kinderhort als eine eigene Einrichtung in der heutigen Form gab - wurde in unserem Zentrum mit der Kinderbetreuung begonnen und sie ist uns bis heute ein besonderes Anliegen geblieben. 

Unser Zentrum bietet für den Zeitraum Schulzeit bis Lehre bzw. weitere Schulausbildung für Eltern mit hörbeeinträchtigten Kindern  - über die spezifische Beratung und Begleitung der Kinder und Eltern hinaus - eine außerschulische Kinder- und  Lernbetreuung und div. Kinder- und Jugendaktionen (s.u.) im Rahmen des Familienreferates an.

WICHTIG: Keine Zeit versäumen !!!
Aus den Erfahrungen der Vergangenheit wird erkennbar: Eine Änderung der Bildungs- und Erziehungssituation bei Hörbeeinträchtigten ist langfristig nur zu erreichen, wenn bereits sehr früh Eltern mit Kleinkindern entsprechende Informationen und Hilfen bekommen. In Zusammenarbeit mit dem "Elternkreis Hörbeeinträchtigung" gibt es nun kompetente Informations- Bildungs- und Kontaktmöglichkeiten für Eltern mit hörbeeinträchtigten Kindern .


 





KINDERBETREUUNG / HORT



        

Aufgabenbereich:
Nachmittagsbetreuung, Lernhilfe, Sprachförderung, Soziales Lernen, Kinderaktionen und Feste 

Öffnungszeiten: je nach Bedarf und Möglichkeit
Im Hort bekommen die Kinder nach dem Unterricht täglich ein warmes, kindgerechtes Mittagessen und eine nachmittägliche Jause. Anschließend erfolgt das gemeinsame Lernen mit dem Angebot der Lernhilfe, bei Unklarheiten oder wenn etwas nicht verstanden wurde. Besonders das gemeinschaftliche Lernen ist für alle Kinder recht motivierend und ergänzt fördernd den Unterricht in idealer Weise und Nichtverstandenes kann ausführlicher, anschaulich, individuell und ohne Zeitdruck erklärt werden.
Die lautsprachliche Förderung erfolgt durch ausgebildete Logopäden.
Neben der Lernbetreuung ist ein weiterer Schwerpunkt der pädagogischen Betreuung die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit. Durch bewusste Verhaltensstrategien, spielerisch vermittelt, sollen hörbeeinträchtigte Kinder befähigt werden, ihr Kommunikationsdefizit zu verringern.


KINDER und JUGENDAKTIONEN:

Die jährlichen Jugendaktionen in den Ferien sind ein wesentlicher Bestandteil der Jugendarbeit unseres Zentrums. Seit über 20 Jahren bieten wir verschiedene außerschulische Aktivitäten für hörbeeinträchtigte Kinder an, um geeignete Kontaktmöglichkeiten untereinander zu schaffen.

Unser Anliegen ist dabei ganz besonders die Probleme im Kommunikationsbereich zu berücksichtigen, bewusst eigenverantwortliches Handeln anzuregen und ggf. den Wortschatz zu erweitern.

Neben anderen Reisezielen ist besonders das tolle Camp-ErNa (Erlebnis-Natur) im Biosphärenreservat Rhön - mitten auf ca.500 Vulkanen - ein langjähriges Ziel unserer Aktionen, das die wunderbare Natur in neuer Weise erlebbar macht.  Umgeben von  beeindruckender Natur und am "Berg der Flieger",  der Geburtsstätte des Segelfluges, werden hier vielfältige  Möglichkeiten für ein abwechslungsreiches Programm geboten. Selbst bei Schlechtwetter ist in diesem Camp so vieles möglich, dass es keine Langeweile gibt.
Das Gemeinschaftserlebnis in Verbindung mit einem abenteuerlichen Programm lässt die Teilnehmer immer wieder mit außergewöhnlichen und tiefen Eindrücken zurückkehren.
(siehe auch ARCHIV)
 

Die Jüngeren fahren mit Mama und Papa - wenn sie beide Zeit haben - zur Familienwoche, meist ans Meer.  Für Familien mit Kleinkindern sind diese Sommerwochen bestens geeignet für einen intensiven Erfahrungsaustausch, zur Vermittlung von hilfreichen Informationen und als eine wesentliche Orientierungshilfe. Zusätzlich erfährt durch das enge Zusammenleben und die anregenden Beispiele die Kommunikation zwischen Kindern  und Eltern die besonders notwendige Förderung, die in Familien, die von Hörbeeinträchtigung betroffen sind, immer eine Herausforderung darstellt.

JUGENDTREFFEN

Ein Wort an die Eltern:
Kontaktarmut, Kommunikationsmangel, meist geringer Wortschatz, Unselbständigkeit… usw. sind im Bereich der Hörbeeinträchtigung wohl unumgängliche Realität und manchmal sieht es so aus, als ob dies doch einfach akzeptiert werden muss ! (?)
BITTE NICHT !
Geben sie nicht auf nach neuen Möglichkeiten zu suchen um die Situation für Ihr Kind doch noch positiv zu verändern !

Jugendtreffen - worum geht es?
Vorrangig sollen bei diesen Aktionen Möglichkeiten geschaffen werden, um Kontakte bzw. Freundschaften unter den hörbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen zu fördern. Durch verschiedenste interessante Themen sollen die Jugendlichen in einen ansprechenden, Kommunikation fördernden Rahmen eingebunden sein. Wir stellen bewusst nicht die  Hörbeeinträchtigung als Thema in den Vordergrund bzw. die eingeschränkte Kommunikation - diese entwickelt sich sehr ungezwungen von alleine, wenn die Scheu vor neuen Kontakten geringer wird. Hier können und sollen die Kinder sehen, welche verschiedenen Arten von Kommunikation möglich sind und jeder kann selbst erfahren, was für ihn förderlich ist.

 


KONTAKTE:
Die Jugendtreffen werden in enger Zusammenarbeit mit der "ARGE für Schwerhörige" vom ZENTRUM HÖREN angeboten. Für die Teilnehmer gibt es jeweils ein tolles Schwerpunktthema. Regelmäßig (3 x jährl.) können sich so hörbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche von 7 - 17 Jahren zu gemeinsamen Aktionen treffen und wir bemühen uns jedes Mal mit aller Kraft um ein viel versprechendes Angebot.
ZIEL:
individuelle Fördermöglichkeiten (in Laut- und/oder Gebärdensprache) und in der Praxis erprobte Kommunikationshilfen anbieten bzw. erleben lassen; neue Begriffe kennen lernen und richtig anwenden; neue, hilfreiche Verhaltensstrategien vermitteln; Selbstwertgefühl und Eigenverantwortlichkeit bewusst machen....   und natürlich neue Kontakte aufzubauen.
INTENSIV:
Um eine zielführende, überschaubare und intensive Fördersituation zu gewährleisten, sind die Gruppen bewusst sehr klein .
TEAM: Betreuung erfolgt von ausgebildeten Pädagogen, Logopäden, Sozialarbeitern und Therapeuten. Durch die Mitarbeit von Selbstbetroffenen, mit fundiertem Wissen über die spezifische Situation hörbeeinträchtigter Menschen, ist immer ein hohes Maß an Praxisbezogenheit sichergestellt.
...UND:
Einmal jährlich werden parallel dazu auch interessierte Eltern mit einem speziellen  Programm mit einbezogen .

Nur gemeinsam sind Erfolge realisierbar!

 

TERMINE:  VERANSTALTUNGEN / AKTIONEN
 


NÄCHSTES JUGENDTREFFEN :        


ARCHIV
                           Rückblick auf Vergangenes.....
        HIER:

 


 

 

 

 

 ....zur Erklärung:
    *)   > INTEGRATION   >>>  INKLUSION

Der Gedanke der
Integration meint,
allen Kindern alles zu lehren. Jedes einzelne Kind wird in seiner Individualität und mit seinen Bedürfnissen akzeptiert und daran anknüpfend adäquat unterrichtet. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass Sonder- und RegelpädagogInnen bereits während des Studiums in gemeinsamen Lern- und Arbeitsphasen Kompetenzen erwerben, die für einen wirkungsvollen integrativen Unterricht notwendig sind.

Der Gedanke der
Inklusion schafft
eine neue Qualität bezüglich des Miteinanders, der Pädagogik und der Infrastruktur kultureller und anderer Lebensräume. Hierbei geht es nicht mehr um das "Dazuholen" (integrieren) oder "Teilhabenlassen" von Menschen mit Beeinträchtigungen, von Menschen anderer ethnischer Herkunft oder von Menschen, die mit anderen Kriterien gesellschaftlicher Minderheiten stigmatisiert werden. Kennzeichnend ist die Auffassung, dass eine Gesellschaft aus Individuen besteht, die sich voneinander unterscheiden. Um dieser Tatsache gerecht zu werden, muss die Gesellschaft dafür Sorge tragen, dass der Zugang aller Menschen zu Institutionen und Dienstleistungen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Dispositionen ermöglicht wird (Visionen inklusiven Lebens: Schule für alle, ?Barrierefreies Leben, Inklusive Gesellschaft). Jeder Mensch soll die Unterstützung und Hilfe erhalten, die er für die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben benötigt.

                                                    " VERSCHIEDENHEIT IST NORMAL ! "

(>>>ZURÜCK zum Text)